Die neue AWMF‑Leitlinie betont, dass Psychotherapie bei depressiven Kindern und Jugendlichen Vorrang hat; Antidepressiva kommen erst bei mittelgradigen bis schweren Verläufen oder wenn Psychotherapie nicht ausreichend oder nicht möglich ist, so apotheke‑adhoc.
Kernaussagen der Leitlinie
- Behandlung muss dem Alter und Entwicklungsstand entsprechen; eine Therapie soll direkt nach Diagnosestellung angeboten werden (AWMF, berichtet apotheke‑adhoc).
- Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist die Grundlage der Behandlung; die Interpersonelle Therapie (IPT) wurde als Alternative zur Erstlinie aufgenommen (apotheke‑adhoc).
- Je jünger die Kinder, desto stärker ist die Einbeziehung der Familie erforderlich; bei Kleinkindern sind Medikamente ausgeschlossen (apotheke‑adhoc).
Medikamentöse Empfehlungen
Die Leitlinie nennt für Jugendliche mit mittelgradiger und schwerer depressiver Episode folgende Empfehlungen (apotheke‑adhoc):
- Empfohlene Erstwahl: Fluoxetin, Sertralin, Escitalopram.
- Alternative zur Erstwahl: Duloxetin.
- Nicht empfehlenswert: Citalopram; ebenfalls nicht empfohlen werden Vilazodon, Vortioxetin, Desvenlafaxin und Selegilin (apotheke‑adhoc).
Antidepressiva sollen demnach nur bei ausreichender Indikation und unter fachlicher Begleitung eingesetzt werden (apotheke‑adhoc).
Nichtmedikamentöse Begleitmaßnahmen
- Stabile Tagesstruktur, ausreichender Schlaf und körperliche Aktivität werden als wichtige Unterstützungsfaktoren genannt (apotheke‑adhoc).
- Neue evidenzbasierte Empfehlungen umfassen körperliche Aktivität, Lichttherapie und Omega‑3‑Fettsäuren; konsensbasierte Empfehlungen nennen künstlerische Therapien, Ergotherapie und Maßnahmen der Kinder‑ und Jugendhilfe (apotheke‑adhoc).
- Bei schulischen Leistungseinbrüchen sollte die Schule einbezogen werden; solche Maßnahmen ersetzen jedoch keine professionelle Psychotherapie (apotheke‑adhoc).
Symptomatik und Frühintervention
Nach Angaben des National Institute of Mental Health (NIH) zeigen Kinder oft eher Reizbarkeit, körperliche Beschwerden oder Rückzug statt klassischer Traurigkeit; deshalb soll die Abklärung durch Kinder‑ und Jugendpsychiater oder spezialisierte Psychotherapeuten erfolgen (nach Bericht auf apotheke‑adhoc).
Das britische NICE‑Institut hebt laut apotheke‑adhoc hervor, dass ein früher Therapiebeginn die Rückkehr in Schul‑ und Familienalltag erleichtert und das Rückfallrisiko senkt.
Quelle
Bericht und Zusammenfassung der AWMF‑Leitlinie sowie Verweise auf NIH und NICE: apotheke‑adhoc: Depression bei Kindern: Welche Medikamente helfen.





